Wer bezahlt die Hochzeit? Was Tradition war und wie Paare es heute regeln
Nach alter Tradition bezahlten die Eltern der Braut die Feier, die Familie des Bräutigams übernahm Ringe, Brautstrauß und manchmal die Hochzeitsreise. Heute ist das die Ausnahme. Die meisten Paare bezahlen selbst, oft mit Unterstützung beider Familien.

Die heute übliche Lösung
Das Paar trägt den Großteil, die Eltern beteiligen sich, wenn sie können und wollen. Manche geben einen festen Betrag, andere übernehmen einen bestimmten Posten wie das Kleid, den Fotografen oder den Sektempfang. Beides funktioniert, wenn es klar abgesprochen ist.
Das Gespräch mit den Eltern
Viele Paare scheuen sich, das Thema anzusprechen. Es ist aber besser, früh zu reden als später zu raten. Ein guter Weg: Ihr erzählt, wie ihr feiern wollt und wie viel ihr selbst einplant. Dann fragt ihr, ob und wie sie sich beteiligen möchten. Keine Forderung, eine offene Frage.
Eltern übernehmen gern etwas Konkretes. „Wir würden euch gern den Fotografen schenken“ fühlt sich für viele besser an als eine Überweisung. Und es gibt klare Grenzen.
Geld und Mitsprache
Wer zahlt, will manchmal mitreden, etwa bei der Gästeliste oder der Location. Klärt das vorher offen. Ein festes Gästekontingent für jede Familie ist eine faire Lösung. Mehr dazu im Artikel Gästeliste erstellen.
Wenn die Eltern nichts geben können
Nicht alle Eltern haben Geld übrig, und manche schämen sich dafür. Macht deutlich, dass ihr keine Erwartung habt. Oft helfen sie dann auf andere Weise: beim Basteln, mit dem Auto für Gäste, mit einem Kuchenbuffet am Nachmittag oder indem sie Gäste bei sich übernachten lassen. Das ist ebenso viel wert und sollte sich auch so anfühlen.
Beiträge im Budget festhalten
Sobald Geld von mehreren Seiten kommt, verliert man schnell den Überblick. Schreibt deshalb bei jedem Posten auf, wer ihn bezahlt. Zum Beispiel so:
- Location und Catering: Brautpaar
- Fotograf: Eltern der Braut
- Sektempfang: Eltern des Bräutigams
- Kleid: Brautpaar, Zuschuss von der Oma
So seht ihr, welche Posten noch offen sind und wie viel ihr selbst noch braucht. Und wenn eine Rechnung kommt, ist klar, an wen sie geht. In Tafelplan könnt ihr Budgetposten einer Person zuordnen und Soll und Ist pro Kategorie vergleichen.
Ein Hinweis zu größeren Summen: Geldgeschenke von Eltern an ihre Kinder sind in Deutschland bis zu hohen Freibeträgen steuerfrei. Bei Zuwendungen von Großeltern oder anderen Verwandten liegen die Grenzen niedriger. Wer mit sehr großen Beträgen rechnet, fragt kurz bei einer Steuerberatung nach.
Wenn ihr zusammen wohnt und unterschiedlich verdient
Nicht nur zwischen den Familien, auch zwischen euch beiden kann Geld ein Thema sein. Viele Paare teilen die Kosten nach dem Verhältnis ihrer Einkommen auf statt genau hälftig. Wichtig ist, dass ihr vorher darüber redet und nicht erst, wenn die erste große Rechnung kommt. Ein gemeinsames Hochzeitskonto, auf das beide monatlich einzahlen, macht die Planung oft einfacher.
Gleich behandeln
Wenn eine Familie mehr beisteuern kann als die andere, macht das nicht öffentlich. Niemand muss wissen, wer wie viel gegeben hat. Ein Dankeschön an beide Familien in der Rede ist trotzdem schön.
Rechnet erst mit Geld, wenn es fest zugesagt ist. Ein „Wir helfen euch bestimmt“ ist noch keine Budgetzeile.
Zur Erinnerung: Eltern müssen nichts bezahlen. Jede Beteiligung ist ein Geschenk, keine Pflicht. Ähnlich ist es bei den Trauzeugen, die ihre Kleidung meist selbst zahlen. Wenn ihr aber einen bestimmten Stil oder gleiche Kleider vorgebt, ist es fair, euch daran zu beteiligen.
Wer zahlt was?
Posten im Budget einer Person zuordnen und sehen, was schon abgedeckt ist.