Reden auf der Hochzeit: Wer spricht wann und wie lange?
Reden gehören zu den schönsten Momenten einer Hochzeit. Wenn es aber sieben Stück werden, jede zwölf Minuten lang, kippt die Stimmung. Ein bisschen Planung hilft allen, auch den Rednern.

Die übliche Reihenfolge
Traditionell beginnt der Brautvater, dann folgt der Vater des Bräutigams, danach das Brautpaar. Heute ist das offener. Oft sprechen zuerst die Eltern oder ein Elternteil jeder Seite, dann die Trauzeugen, zum Schluss das Paar mit einem Dank.
Was es nicht gibt: eine Pflicht. Wenn ein Elternteil nicht sprechen will, ist das in Ordnung.
Wie lange?
Drei bis fünf Minuten pro Rede sind ideal. Das klingt kurz, reicht aber für eine gute Geschichte und einen Toast. Alle Reden zusammen sollten 30 Minuten nicht überschreiten, auf keinen Fall 45.
Gebt jedem eine klare Vorgabe: „Du hast fünf Minuten.“ Die meisten sind dankbar dafür, weil sie wissen, woran sie sind.
Wann sind die Reden?
Am besten verteilt auf die Pausen zwischen den Gängen. Eine Rede vor der Vorspeise, zwei nach der Vorspeise, eine vor dem Dessert. So wird das Essen nicht kalt und niemand muss eine Stunde am Stück zuhören. Sprecht das mit Küche und Service ab, damit sie wissen, wann sie servieren dürfen.
Reden nach dem Essen, wenn schon getanzt werden soll, gehen oft unter.
Ein Beispiel für den Abend
Bei 80 Gästen und einem Menü mit drei Gängen könnte das so aussehen:
- 18:30 Begrüßung durch das Paar, zwei Minuten, dann Vorspeise
- 19:15 Rede der Brauteltern, fünf Minuten
- 19:25 Rede der Eltern des Bräutigams, fünf Minuten, danach Hauptgang
- 20:30 Trauzeugin und Trauzeuge gemeinsam, acht Minuten, dann Dessert
- 21:15 kurzer Dank des Paares, danach Eröffnungstanz
Das sind fünf Beiträge und zusammen etwa 25 Minuten, verteilt über fast drei Stunden. Niemand muss lange am Stück still sitzen, und die Küche weiß genau, wann sie servieren kann. Mehr zum Ablauf des Tages steht im Artikel Tagesablauf mit Puffer.
Was eine gute Rede ausmacht
Die besten Hochzeitsreden haben eine Geschichte, die nur diese Person erzählen kann, und nicht zehn. Eine Begebenheit, die zeigt, wie das Paar ist, reicht völlig. Insiderwitze, die nur drei Leute im Saal verstehen, und peinliche Geschichten über frühere Partner gehören nicht hinein. Wer unsicher ist, probt die Rede einmal laut vor jemandem und stoppt die Zeit. Fast jede Rede ist beim ersten Durchgang länger als gedacht.
Reden ohne Menü
Bei einem Buffet gibt es keine festen Pausen zwischen den Gängen. Dann bieten sich zwei Zeitpunkte an: kurz bevor das Buffet eröffnet wird und nachdem die meisten gegessen haben, aber vor dem Dessert. Wartet nicht, bis alle zurück am Platz sind. Ein Moderator, der kurz um Ruhe bittet, reicht.
Technik und Platz
Ein Mikrofon ist ab etwa 40 Gästen Pflicht. Klärt, wo der Redner steht: gut sichtbar, nicht mit dem Rücken zum Paar. Und legt einen Moderator fest, meist einen Trauzeugen, der die Reden ansagt.
Bittet Gäste, Reden vorher beim Trauzeugen anzumelden. Spontane Beiträge nach dem dritten Wein gehen selten gut.
Häufige Fragen
Muss das Brautpaar eine Rede halten?
Nein, aber ein kurzer Dank an Gäste und Familien kommt immer gut an.
Was, wenn jemand nicht vor Publikum sprechen will?
Dann gibt es andere Wege: ein Brief, der vorgelesen wird, oder ein kurzer Toast statt Rede.
Reden im Ablaufplan
Reden als Programmpunkte zwischen den Gängen eintragen und mit dem Service teilen.