Brauttisch: Wer sitzt wo? Die gängigen Varianten und wie ihr euch entscheidet
Der Brauttisch ist der Tisch, auf den alle schauen. Deshalb fällt die Entscheidung, wer dort sitzt, vielen Paaren schwerer als der ganze übrige Sitzplan. Es gibt keine feste Regel mehr, aber drei Varianten, zwischen denen fast alle wählen.

Variante 1: Klassisch mit Eltern
Das Brautpaar in der Mitte, die Braut rechts vom Bräutigam. Neben der Braut sitzt traditionell der Vater des Bräutigams, neben dem Bräutigam die Mutter der Braut. Außen folgen die anderen Elternteile und die Trauzeugen. Die Idee dahinter: Die Familien mischen sich.
Das funktioniert gut, wenn sich beide Familien kennen und mögen. Bei acht bis zehn Personen wird der Tisch allerdings lang, und die Trauzeugen sitzen weit außen, obwohl sie oft die engsten Vertrauten sind.
Variante 2: Mit Trauzeugen und Partnern
Immer mehr Paare sitzen mit ihren Trauzeugen und deren Partnern. Die Eltern bekommen eigene Tische direkt davor, oft zusammen mit Großeltern und Geschwistern. Vorteil: Am Brauttisch ist die Stimmung locker, und die Eltern sitzen mit Menschen, mit denen sie selbst gern reden.
Variante 3: Nur zu zweit am Sweetheart Table
Ein kleiner Tisch nur für das Paar, auf Englisch Sweetheart Table. Die Idee kommt aus den USA und ist bei uns inzwischen öfter zu sehen. Ihr seht alle, alle sehen euch, und niemand fühlt sich übergangen, weil schlicht niemand sonst dort sitzt.
Der größte Vorteil: Die Frage, wer am Brauttisch sitzt, fällt komplett weg. Keine Diskussion über Eltern, Trauzeugen oder neue Partner. Bei getrennten Eltern ist das oft die einfachste Lösung. Dazu kommen ein paar ruhige Minuten zu zweit, die es an diesem Tag sonst kaum gibt, und Fotos mit freiem Hintergrund ohne halb verdeckte Gesichter.
Der Nachteil ist genauso klar. Ihr sitzt allein, und wer beim Essen gern mit Freunden quatscht, findet das schnell zu ruhig. Manche fühlen sich beim Essen beobachtet. Und ältere Gäste verstehen die Idee nicht immer und lesen sie als Distanz.
Für die Größe reicht ein runder Tisch mit 80 bis 100 Zentimeter Durchmesser oder ein kleiner Rechtecktisch, an dem ihr nebeneinander sitzt. Nebeneinander ist schöner, weil ihr beide in den Raum schaut. Stellt ihn nicht zu weit weg von den anderen Tischen, sonst wirkt er wie ein Thron. Die Eltern- und Trauzeugentische kommen direkt davor.
Beim Essen sitzt ihr am Sweetheart Table, zwischen den Gängen geht ihr an die Tische. So habt ihr Ruhe und trotzdem Kontakt zu allen. Wenn eure Eltern erwarten, neben euch zu sitzen, erklärt ihnen die Entscheidung vorher. Am Tag selbst ist die Enttäuschung sonst groß.
Stellt euch vor, ihr sitzt drei Stunden an diesem Tisch. Mit wem wollt ihr dann reden? Diese Menschen gehören an den Brauttisch, nicht die, bei denen es „sich so gehört“.
Wo steht der Brauttisch?
Mit Blick in den Raum, gut sichtbar und nicht direkt vor den Lautsprechern. Am besten mit etwas Abstand zur Wand, damit Servicekräfte hinter euch vorbeikommen. Bei runden Tischen im Saal wirkt eine lange Tafel für das Paar oft schön, bei einer langen Festtafel sitzt ihr einfach in der Mitte einer Längsseite.
Und die Partner der Trauzeugen?
Die gehören dazu. Wer die Trauzeugin an den Brauttisch holt und ihren Freund an Tisch 7 setzt, sorgt für einen langen Abend. Wenn der Platz nicht reicht, setzt lieber alle Trauzeugen mit Partnern an einen Tisch direkt neben euch.
Ein Brauttisch mit zwölf Personen ist kein Ehrenplatz mehr, sondern eine Reihe. Sechs bis acht Plätze sind ein guter Rahmen.
Häufige Fragen
Sitzt die Braut links oder rechts?
Traditionell rechts vom Bräutigam, aus Sicht des Paares. Heute macht das kaum noch jemand zur Pflicht.
Ist ein Sweetheart Table unhöflich?
Nein. Solange ihr im Lauf des Abends an die Tische geht und euch um eure Gäste kümmert, fühlt sich niemand zurückgesetzt.
Müssen Kinder des Paares am Brauttisch sitzen?
Wenn ihr Kinder habt, ist das schön, besonders bei Kleinen. Ältere Kinder sitzen oft lieber bei Cousins und Cousinen.
Brauttisch festlegen
Tischform wählen, Plätze zuweisen und die Platzfolge als Tischkarte exportieren.